3 Monate Schreibreflexion: das habe ich gelernt

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Im Rahmen meiner To-Want-Listen formuliere ich meist ziemlich spontane Wünsche und Ziele für ein Quartal. So ist auch meine Schreibreflexion entstanden.

Ein Dokumentationsprojekt, das ich ganz für mich und möglichst einfach entwickelt habe. Wenn ich jetzt draufblicke, wird mir klar: Du könntest es schnell für dich adaptieren. Denn die Vorbereitung ist minimal, sobald du einmal entschieden hast, zu welchem Themenbereich du dokumentieren möchtest.

Ich habe dabei vor allem gelernt, dass ich die kleinen Handgriffe meiner Schreibzeit im Alltag aus dem Blick verliere und viel konsistenter mein Tun dokumentieren kann, als ich anfangs erwartet hatte.

Was mir als Vorbild diente und wie ich von meiner Unzufriedenheit in die Umsetzung gekommen bin, ach, einfach was ich aus den 3 Monaten meiner Schreibreflexion gelernt habe, erfährst du in diesem Artikel.

So habe ich mein Schreiben untersucht

Für das Projekt Schreibreflexion habe ich mir das Ziel gesetzt, mein Schreiben zu dokumentieren. In einer Art Meta-Notiz.

Ich wollte herausfinden: Woraus besteht meine Schreibzeit?

Mein emotional größter Erfolg der Schreibreflexion: Ich habe 3 Monate (abzüglich einer Woche) dokumentiert.

Wie die Schreibreflexion gestartet ist

Im Herbst war ich frustriert und hatte fest vor, das vierte Quartal zu nutzen, um eine Veränderung in meinem Schreibflow vorzubereiten. Denn die Gedanken, dass ich nichts für meine schriftstellerischen Wünsche und das Ziel, Autorin zu werden, tue, wurden immer lauter und belastender.

Der Wunsch: Beweise schaffen gegen den „Ich schaffe nichts“-Gedanken

Mein Problem im Herbst war vor allem: Ich hing in meinem Hauptschreibprojekt fest. Hier habe ich im Jahresrückblick mehr dazu berichtet als eines meiner 2025er-Themen: Autorin werden – Projekt Spicy Romance überarbeiten & Schreibblockaden.
Mir war klar, dass im Schreibprojekt kaum etwas passiert, weder im Kopf, noch auf dem Papier. Der hartnäckige Gedanke im Hinterkopf „du schreibst ja gar nicht mehr“ klang immer vorwurfsvoller.

Genau diesem „ich schaffe nichts“-Gedanken wollte ich etwas entgegensetzen. (hallo schwarz-weiß-denken, lass mal keine Freunde mehr sein, danke).

Schon ein paar Wochen vor dem Entschluss zu meiner Schreibdokumentation und -reflexion war mir klar: die Wortzahlen in meinen Schreibprojekten sind seit Wochen nicht mehr gewachsen. Auch meine Blogartikel-Veröffentlichungen gingen immer mehr zurück. Weder in dem einen noch im anderen Schreibbereich fand ich Verbindungen zu meinen Ideen

Rein sachlich war mir absolut klar, dass Schreib- und Blogzeit nicht nur aus Tippen besteht.
Die Frage war also eher: Woraus besteht meine persönliche Schreib- und Blogzeit noch?

Planung aka minimale Vorbereitungen für die Schreibreflexion

Im Rahmen meiner To-Want-Liste schrieb ich spontan auf, mir für das nächste Jahr eine eigene Schreibchallenge nach dem Vorbild von Astrid Engel zu setzen.

So ganz zufrieden war ich mit der Idee aber noch nicht, denn was würde es verändern, mir mehr Regelmäßigkeit oder bestimmte Wortziele vorzuschreiben?

Wie könnte ich den Blick auf mein Schreiben weiten? Also zurück zur Frage: woraus besteht meine Schreib- und Blogzeit? Womit beschäftige ich mich? Was setze ich tatsächlich um?

Also habe ich eine Notiz angelegt mit dem Ziel, erst mal mitzuschreiben. Dazu habe ich an mich selbst folgende Aufgabenstellung festgehalten:

Nimm dir einmal pro Woche 15–20 Minuten Zeit, um kurz festzuhalten, woran du in dieser Woche gearbeitet hast (Blogartikel, Schreibdate, Ideen, Obsidian Vault aufräumen, …).
Immer mit der Frage: Woran habe ich diese Woche für mein Autorin-Dasein gearbeitet?

ich spreche mich bewusst in der Du-Form an, das wirkt auf mich viel verbindlicher

Die umsetzbare Vorbereitung war also sehr gering:

  • Zeitrahmen definiert (3 Monate)
  • Notiz erstellt
  • Aufgabe festgehalten

Zu Beginn habe ich die Notiz grob mit Datum vorbefüllt und nach kurzer Zeit die Tagesdaten gestrichen und Überschriften für die Kalenderwochen gesetzt.

Dokumentation: So habe ich konkretere Einblicke in mein Schreiben & Schreibverhalten erlangt

Mir war wichtig, die Hürde zur Dokumentation möglichst klein zu halten. Also habe ich eine Notiz in meiner Handy-App angelegt. Das ist schneller erreichbar als der Laptop. Und im Laufe der drei Monate habe ich spontan noch eine Verbindung zur Desktop-Version von Obsidian hergestellt.

Aber ich greife vor. Ich hatte meine Notiz auf dem Smartphone und das Ziel, möglichst alle Kleinigkeiten festzuhalten, die mit dem Schreiben zusammenhängen. So wollte ich am Ende meiner Schreibreflexion ein möglichst umfassendes Bild haben.

Screenshot vom Anfang der Schreibreflexions-Notiz (aus meinem Obsidian Vault)

Ich bin auch rückblickend froh über die Entscheidung, mit der Notiz auf dem Smartphone zu starten. Denn so ist sie immer wieder in mein Blickfeld geraten.

Gerade in den ersten Wochen brauchte ich diese Erinnerung und Flexibilität, damit aus dem Dokumentationsvorhaben tatsächlich eine Schreibreflexion wird. So ist mir beispielsweise regelmäßig auf dem Weg nach Hause eingefallen: hey, gestern Nachmittag habe ich Stichpunkte in einer Blogartikel-Idee gemacht.

Vor allem diese kleinschrittigen Notizen, sind mir zu Beginn schwergefallen. Ich kam mir blöd vor, etwas aufzuschreiben, das weder ein Ergebnis, noch ein To-Do war. Still und heimlich versuchte ich, mich damit zu beruhigen, dass ich nach einer Testphase auch wieder damit aufhören könnte, solche seltsamen, kleinschrittigen Stichpunkte zu machen.

Aber die Liste füllte sich Schritt für Schritt. Als ich dann die Unterteilung in Kalenderwochen vorgenommen habe, war das eine Hilfe. Denn so habe ich öfter etwas zu einer Woche ergänzt, als „nur“ einen Stichpunkt zu einem Tag zu notieren.

Nach circa zwei, drei Wochen wurde es leichter, weil ich beim Öffnen der Notiz automatisch über bisherige Einträge gescannt habe. Und dabei manchmal feststellte: das habe ich ja gestern/diese Woche auch schon gemacht.

Schließlich habe ich Anfang Dezember festgestellt, dass nur eine Novemberwoche in meiner Dokumentationsnotiz fehlt. Ein viel besseres Zwischenergebnis meiner Schreibreflexion, als ich im Oktober noch erwartet hätte.

Die Ergebnisse meines Schreib-Dokumentations-Projekts

Zu Beginn meiner Schreibreflexion hatte ich großen Respekt davor, über 3 Monate meine Tätigkeiten rund ums Schreiben zu dokumentieren. Ich war einfach nicht sicher, ob ich diesen Zeitraum überhaupt durchhalten würde.

Als ich Anfang Dezember bei der Gesamtübersicht der Notiz begriffen habe, dass mir nur eine Woche im November fehlt, war ich baff. Und für die letzten Wochen im Dezember gleich noch motivierter. Das sieht man auch im Vergleich dieser Ausschnitte:

mitten in der Schreibreflexion
gegen Ende der Schreibreflexion

Screenshots aus der Notiz via Obsidian

Die Dokumentation meiner Schreibtätigkeiten hat mir vor allem gezeigt: ich mache mehr, als ich im ersten Moment denke. Konkrete Schritte, auf die ich das Schreiben herunterbrechen kann, helfen mir, mich auch in turbulenteren Zeiten mit meinem Autorinnen-Ich zu verbinden.

Es geht mir viel besser damit, wenn ich diese kleinen Schritte aufschreibe und dadurch wahrnehme. Mein Bauchgefühl sagt mir trotzdem, dass diese Art der Dokumentation noch nicht die passende Dauerlösung ist, auch wenn sie ein gutes Commitment mit mir selbst liefert.

Erst mal genieße ich noch den Erfolg, drei Monate durchgehalten und den Blick auf die kleinen Schritte geschärft zu haben.

Für die Zukunft nehme ich mit, dass ich in regelmäßigen Abständen so eine Vereinbarung brauche. Vor allem externes Commitment, wo noch jemand anders involviert ist, hilft mir – solange es nicht in Druck ausartet.

Außerdem überlege ich seit der Schreibreflexion, wie ich auch die Prozesse für mein kreatives Schreiben vereinfachen kann. Wenn ich meine Notizen durchgehe, wird mir klar, dass es mir für Blogartikel-Ideen und -Entwürfe sehr viel leichter fällt, mal kurz ein paar Stichpunkte festzuhalten, als für ein fiktionales Schreibprojekt. Diese Gedanken dürfen noch in wenig in meinem Hinterkopf reifen.

Was ich hingegen schon sicher weiß: Diese dokumentierte Form der Schreibreflexion werde ich wiederholen. Irgendwann im zweiten oder dritten Quartal dieses Jahres. Ich bin gespannt, welche Unterschiede oder Gemeinsamkeiten es dann geben wird.

Das war interessant? Hier kannst du weiterlesen:

Im Artikel „Dranbleiben als Kreative?“ habe ich versucht, eine Verbindung zwischen Produktivität und Kreativität zu ziehen. Du bekommst einen Gesamtüberblick, was ich schon getestet habe und wie sich das mit kreativen Tätigkeiten vereinen lässt. Falls du nach dem konkreten Projektbeispiel meiner Schreibreflexion tiefer einsteigen möchtest, ist der Artikel genau richtig für dich.

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